Der Kampf ums Überleben

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Gabriele Bröker, stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende der Kreistagsfraktion, fodert endlich ein Umdenken beim Bund.

Gabriele Bröker (SPD): Es kann nicht sein, dass die Menschen einen Zweitjob zum Überleben brauchen

Kreis Lippe: Dass die Zahl der Menschen mit mehreren Arbeitsstellen in OWL innerhalb von zehn Jahren von gut 42.000 auf rund 69.000 angestiegen ist, lässt die Sozialdemokraten der SPD-Kreistagsfraktion Lippe, kritisch aufhorchen. Gabriele Bröker, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Vorsitzende des Sozialausschusses im Kreistag, sieht dringenden Handlungsbedarf.

In den vergangenen Jahren hat es einen starken Anstieg bei Nebenjobbern im gesamten Land, aber auch in OWL bzw. dem Kreis Lippe, gegeben. Vor allem Menschen mit einem geringen Verdienst greifen immer öfter zu einem zusätzlichen Minijob, um sich über Wasser zu halten. Das sollte angesichts der guten wirtschaftlichen Lage im Land allerdings nicht nötig sein. Denn wer arbeitet, soll von seinem Lohn gut leben können“, fordert Börker.

Die Zahl der Menschen, die nach der Arbeit zur Arbeit gehen, steigt jedes Jahr auf neue Rekordwerte. Die meisten Entwicklungen, über die wir uns dabei beklagen müssen, sind aber keine wirtschaftlichen Sachzwänge, sondern gehen wesentlich auf politische Entscheidungen zurück, erklärt die Sozialdemokratin. „Wenn die Politik nichts gegen Niedriglohn, befristete Stellen oder Zeitarbeit tut, geraten Menschen oftmals in die Not sich einen Nebenjob suchen zu müssen. Und selbst mit einem zweiten Job bleibt bei den meisten Betroffenen dann nichts für Anschaffungen oder gar die Altersvorsorge übrig“, ärgert sich Gabriele Bröker.

Für die Kreistagspolitikerin ist klar, dass die entsprechenden politischen Weichen für eine Änderung der Situation in Berlin gestellt werden müssen. „Für mich ist hier ganz klar der Bund gefordert. Wenn die CDU hier nicht blockieren würde, könnten beispielsweise sachgrundlose Befristung abgeschafft werden oder höhere Tarifbindungen vereinbart werden. Die Politik vor Ort ist bei diesen Themen leider ziemlich machtlos“, so Bröker.

Vor Ort nichts zu tun, kommt für die SPD-Kreistagfraktion allerdings nicht in Frage und so fordern Gabriele Böker und die Kreistagsfraktion seit einiger Zeit einen Ausbildungsgipfel für Lippe. Die Zahl der abgeschlossenen Berufsausbildungsverträge ist im vergangenen Jahr noch mal im Kreisgebiet gesunken. Hier will die SPD gegensteuern. Bei einem Ausbildungsgipfel sollen die Kammern, die Gewerkschaften, die Berufskollegs, die weiterführenden Schulen und die Kommunen an einen Tisch gebracht werden, um über Wege und Instrumente zu beraten, die die wirtschaftliche Entwicklung in Lippe nachhaltig sichern. „Eine abgeschlossene Berufsausbildung ist sehr wichtig, damit junge Menschen eine bessere Chance auf einen gut bezahlten Job haben. Hier können und müssen wir in Lippe handeln, damit es überhaupt genug Ausbildungsplätze für Jugendliche gibt“, fordert Bröker.

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