Eine Hintertür für den Impfbus?

Eine Hintertür für den Impfbus?

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SPD: „Auf die Praktiker vor Ort hören“

Für eine Corona-Impfung müssen zahlreiche Seniorinnen und Senioren weite Wege in Kauf nehmen. Das Impfzentrum in Lemgo ist für manche schwer zu erreichen und eine Unterstützung gibt es für viele nicht. Das Land sieht sich jedoch nicht in der Verantwortung. Das ergab eine Kleine Anfrage der SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Dennis Maelzer, Ellen Stock und Jürgen Berghahn. Sie machen sich für den Einsatz von Impfbussen stark. Für diese Idee hält sich das Land zumindest eine Hintertür offen.

„Mit öffentlichen Verkehrsmitteln nachmittags oder abends von Schlangen, Lügde oder Augustdorf nach Lemgo und zurück zu kommen, ist eine Herausforderung, die wir möglichst viele Seniorinnen und Senioren ersparen sollten“, ist sich Dennis Maelzer sicher. Die drei SPD-Abgeordneten setzen sich daher für Impfbusse und Unterstützungsangebote ein. Das Land will sich in dieser Frage aber nicht engagieren: „Die Einrichtung von Shuttle-Transfers zu den Impfzentren wird nicht gefördert“, heißt es klipp und klar in der Antwort der Regierung. Das Land setze grundsätzlich auf die kommunale Ebene und kommunale Lösungen mit Blick auf die An- und Abfahrt zu den Impfterminen.

Eine Aussage, die die SPD-Landtagsmitglieder ärgert: „Das Land erlaubt jedem Kreis nur ein Impfzentrum und kümmert sich nicht darum, welche Probleme das für viele Ältere mit sich bringt“, kritisiert Ellen Stock. Vor diesem Hintergrund sei es geradezu zynisch, wenn Minister Karl-Josef Laumann antworte, das Land wolle die Rahmenbedingungen so gestalten, dass „die Impfquote möglichst hoch ist und auch Impfwillige geimpft werden können, die nur noch eingeschränkt mobil sind oder nur noch beschwerlich das jeweilige Impfzentrum erreichen können.“

Wenn das Land wirklich Impfhürden abbauen und Impfangebote möglichst niedrigschwellig organisieren wolle, dann müssten jetzt endlich dezentrale Lösungen wie der Impfbus her, meint Jürgen Berghahn: „In Lippe wurde das parteiübergreifend von allen Bürgermeistern und vom Landrat eingefordert. Im Landtag lehnen CDU und FDP jeden Vorstoß dazu ab“, erinnert Berghahn an einen SPD-Antrag, den die regierungstragenden Fraktionen abgeschmettert hätten.

Eine Hintertür lässt sich das Land jedoch offen. „Um einen Großteil der Bevölkerung zu erreichen, sind Impfzentren ein wichtiger Baustein, aber sie sind nicht der einzige“, lässt das Ministerium verlauten. Optionen seien dafür Impfbusse, Schwerpunktpraxen oder dezentrale Impfstraßen.

„Ob das ein Hoffnungsschimmer ist, muss sich erst noch zeigen. Bislang ist dafür nichts in die Wege geleitet worden. Für die Älteren, besonders belasteten, bleibt nur der beschwerliche Gang zum Impfzentrum. Wenn sich das Land endlich zu Lösungen durchringt, könnte es für sie zu spät sein“, befürchten Maelzer, Stock und Berghahn. Bislang habe sich das Land bei den Corona-Impfungen wahrlich „nicht mit Ruhm bekleckert“. Nicht umsonst rangiere Nordrhein-Westfalen im Bundesvergleich bei den Impfquoten auf den hinteren Rängen. Wenn Minister Laumann nicht endlich anfange auf die Praktiker vor Ort zu hören und Impfhürden abbaue, könnte das weiter so bleiben.

Im Internet werden derweil weiter Unterstützungsunterschriften für den Impfbus gesammelt: https://www.openpetition.de/petition/online/impfbus-jetzt-die-aelteren-nicht-vergessen

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