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Volles Haus beim Thema ÖPNV

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Foto (v.l.): Jürgen Berghahn (SPD-Landtagsabgeordneter), Achim Oberwöhrmeier, (Geschäftsführer der Kommunalen Verkehrsgesellschaft Lippe), Ellen Stock (SPD-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende SPD-Kreisverband Lippe), Henning Welslau (Fraktionsvorsitzender SPD-Kreistagsfraktion, Stefan Honerkamp, (stellvertretender Leiter der NWL-Geschäftsstelle Bielefeld)

 

SPD-Kreistagsfraktion diskutiert mit Bürgern und Experten über die Zukunftsmobilität in Lippe

Kreis Lippe. Der Veranstaltungssaal platzte beinahe aus allen Nähten, so groß war das Interesse der Lipper an der Zukunft ihres ÖPNV vor Ort. Über 70 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung der SPD-Kreistagsfraktion und dem SPD-Kreisverband Lippe, über den ÖPNV der Zukunft in Lippe zu diskutieren. Im Landhotel Begatal, in Dörentrup referierten die geladenen Experten Achim Oberwöhrmeier, Geschäftsführer der Kommunalen Verkehrsgesellschaft Lippe (KVG) und Stefan Honerkamp, stellvertretender Leiter der NWL-Geschäftsstelle Bielefeld, über aktuelle Pläne und Ideen.

 

Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) wurde im Januar 2008 gegründet und ist er einer der drei Zweckverbände zur Organisation des Schienenpersonennahverkehrs in Nordrhein-Westfalen. Der Zweckverband übernimmt in erster Linie die Bestellung und Finanzierung des Schienenpersonennahverkehrs. Stefan Honerkamp berichtete, dass der NWL die Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Lemgo und Bielefeld gerne schnell vorantreiben möchte. Elek­tri­fi­zie­rung nennt man die Um­stel­lung ei­ner Ei­sen­bahn­stre­cke vom Be­trieb mit Die­sel­trieb­fahr­zeu­gen auf den Be­trieb mit elek­tri­schen Trieb­fahr­zeu­gen. Damit dies möglich wird braucht es allerdings die Auf­stel­lung ei­nes neuen ÖPNV-Be­darfs­plans für Nordrhein-Westfalen. Derzeit arbeitet die Landesregierung daran. SPD-Landtagsabgeordneter Jürgen Berghahn hofft, dass das Verfahren dazu bald abgeschlossen sein wird, derzeit seih jedoch nicht abzuschätzen, wann dies bei der jetzigen Landesregierung der Fall sein wird.

 

Pessimistisch steht der NWL dem Thema Begatalbahn gegenüber. Grund dafür sei eine zu geringe Anzahl an Personen, die in dem Streckenabschnitt zusteigen würde. SPD-Fraktionsvorsitzender im Kreistag Henning Welslau, sprach sich erneut für die Begatalbahn aus. „Wir fordern den Ausbau und Lückenschluss der Strecke nach Barntrup. Die Strecke ist für den ÖPNV und den lippischen Tourismus bedeutungsvoll“, erklärt Welslau.

 

Eine weitere Verbesserung des ÖPNV könnten Schnellbuslinien liefern, die nur an wenigen Stationen Halt machen und somit in kürzerer Zeit zwischen mehreren lippischen Kommunen pendeln könnten. Überlegungen dazu erörterte auch Achim Oberwöhrmeier. Denkbar wären aus Sicht der KVG eine Schnellbuslinie zwischen Lemgo-Blomberg-Schieder-Lügde und zwischen Detmold-Blomberg-Schieder-Lügde. Um solch ein Angebot finanzieren zu können, bräuchte der Kreis Lippe, den NWL als Partner. Denn das Land NRW fördert Schnellbuslinien finanziell. Diese finanziellen Förderungen gibt das Land an den NWL, der dann die Gelder weiter verteilen kann.

 

Henning Welslau begrüßte die Idee der Schnellbuslinien sieht dieses Angebot allerdings als Ergänzung und nicht als Alternative zur Begatalbahn an. Der Sozialdemokrat sagt dazu: „Die lippische SPD befürwortet ganz klar ein breit aufgestelltes Angebot an Mobilitätsangeboten. Ein Netz von Schnellbuslinien würde Städte mit dem Umland, die Zentren untereinander und Wohnung und Arbeitsstelle miteinander verbinden, das wäre großartig. Nichts desto trotz stellen die Schnellbuslinien einen weiteren möglichen Baustein in der lippischen Zukunftsmobilität dar und sollten keinesfalls die Begatalbahn dafür ausstechen.“

 

Auch in der Diskussion mit den anwesenden Teilnehmern wurde deutlich, dass beide Varianten Befürworter finden und eine Kombination der Angebote eine gute Erweiterung für den lippischen ÖPNV wäre.

 

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